Kleine Überraschungen

Es ist so lange her, und endlich finde ich die Musse, etwas kleines zu berichten.

Eigentlich schon wieder eine Weile her, aber seit Corona dünkt es mich, hat die Zeit um das Doppelte an Geschwindigkeit zugenommen. Erst noch waren wir gezwungen – aufgrund von Lockdown, Quarantäne, und andere Vorschichtsmassnahmen – die Zeit neu einzuteilen (z.B. zuhause miteinander auskommen während es kein „Entrinnen“ gab; z.B. mit Homeschooling die Hausaufgaben durchboxen, oder Spaziergänge zu geniessen obwohl es doch Arbeitszeit gewesen wäre; während Kurzarbeit den Tag neu aussehen liess).

Und dann war plötzlich alles wieder beim Alten… Arbeit ruft, Schule findet wieder im Klassenzimmer statt, und das Einkaufen ist kein Drahtseilakt mehr mit Maske und abgesperrten Bereichen.

Irgendwie machte es Schwups und zwei Jahre flogen dahin. Ich kann die Spanne irgendwie noch immer nicht fassen. Dann sehe ich unsere Kinder und staune wie sie das alles gemeistert haben.

Dann ein schönes Erlebnis (eines von vielen, nebenbei bemerkt, aber dieses möchte ich gerne mit dir teilen).

Die Grosse kam unterdessen im Sommer 2023 in die weiterführende Schule. Zuerst noch Sommerferien – weg vom Alltag. Zuhause war der grosse neue Rucksack bereits gepackt mit cooler Federtasche, neuen Heften und Büchern. Alles chic!

Letzter Tag im Urlaub und ab nach Hause. Noch ein paar Tage und die Spannung stieg auf 180.

Wer würde denn nun in der neuen Klasse alles aus der alten Schule miteinteilt werden? Würde sie in der neuen Klasse zurecht kommen? Alles berechtigte Fragen, auf die wir Eltern versuchten mit gut gemeinten und ermutigenden Antworten den Rücken zu stärken (es ist zwar eine ganze Weile her, aber ich konnte die Aufregung gut verstehen). Wir mussten ja auch zugeben, dass es uns Erwachsenen beim Wechsel in ein neues Arbeitsteam nicht anders ging. So sind wir Menschen. Wir möchten doch dazugehören und uns sicher fühlen.

Dann die grosse überaus berechtigte und wichtigste Frage:

Wird Max (Name geändert) auch in meiner Klasse sein? Bitte lieber Gott, mach, dass Max auch in meiner Klasse ist. Mit ihm verstehe ich mich doch am besten!

Und der erste Schultag war da.

Jeder gin seines Weges und da grosses Mädchen gross, war sie alleine losgezogen (wäre nur zu peinlich, wenn Mama da noch mitgeht).

Und Mama ging zur Arbeit… den ganzen Vormittag im Hinterkopf das eine Gebet; bitte lieber Gott – auch wenn es etwas spät kommt – bitte mach irgendwie, dass Max in ihrer Klasse ist...

Als Mama tat mir das Kind irgendwie leid, obwohl ich wusste dass sie das packt. Aber ich empfand es als Herausforderung, sie machen zu lassen und vertrauen, dass sie es wirklich packt. Was für eine kleingäubige Mutter? Ich war so nervös. Dabei würde alles vielleicht nochmals anders kommen? Mit 10 Jahren hat sie noch so viel Weg vor sich. Ich hätte es ihr so gegönnt, dass dieser Neuanfang nicht so brutal sein möge (wie dramatisch… bestimmt würden doch Kinder aus ihrer alten Klasse mit dabei sein).

Voller Aufregung ich bei der Arbeit. Dann um 12 Uhr klingelte das Telefon und ich riss beinahe das Telefon aus der Halterung. Auf der anderen Seite nicht mal ein Hallo, dafür:

„Mama! Rate wer neben mir sitzt?!“

Ich war einfach nur glücklich, ehrlich!

Ist das kleinkariert, oder naiv? Glücklicher Zufall?

Mir ist das egal, wie das wer immer nennen mag. Ich hörte mir den Bericht zur Klasse, Klassenlehrerin und erstem Tag an, und dass Max der Tischnachbar war. Und währenddessen inbrünstig innerlich ein ständiges „DANKE, HERR!“

Inzwischen ist ein halbes Jahr rum. Die Tischsituation hat sich immer mal wieder verändert. Aber die beiden gehen gerne zusamen auf dem Nachhauseweg zusammen. Ansonsten spielt sich Schule ab wie das eben immer so geht, mal so, mal so… Alltag eben…

Aber wenn ich an den letzten Sommer denke, dann bin ich einfach dankbar.

Kinderherz erhört – wenn auch klein, für mich oho!

Ein Kommentar

  1. Einfach SPITZE, wie Du den Alltag so auf den Punkt bringst und jederman/frau sich wohlfühlt – uff, es geht ihnen auch so wie mir, auf und ab, grad so wie unsere Herzfrequenz… – willkommener Einblick bei Euch. Ich kann bloss anfügen : Halleluja und Gottes Segen wünschen und GLOIRE À DIEU AU PLUS HAUT DES CIEUX

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